Lederpflege

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  • Eine Anleitung zur Lederpflege.
    Allgemeines:
    Unter Leder versteht man die Haut von Tieren, welche chemisch behandelt wurde, um den natürlichen Verweßungsprozess aufzuhalten. Man bezeichnet diese Behandlung als “gerben”. Schon in der Urzeit wurden Rinden, Beeren und Blätter, die Tannine ( = natürliche Gerbstoffe) zusammen mit Häuten in Wasser getränkt um den Verwesungsprozess zu verlangsamen.
    Heute werden viele Chemikalien zur professionellen Ledergerbung verwendet. Von Pflanzenextrakten bis zu synthetischen Chemikalien. Jede Gerberei hat Ihr eigenes, gut gehütetes Geheimnis der Gerbung.

    Chromgerben:
    Mit Chromsalzen kann Leder sehr schnell gegerbt werden. Es ist danach gebrochen weiß und kann somit problemlos in jeden Farbton eingefärbt werden. Diese Entdeckung gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA hat die Lederherstellung revolutioniert. Die Chromgerbung benötigt ca. einen Tag. Heute werden ungefähr 80% aller Häute chromgegerbt.

    Pflanzengerbung:
    Die pflanzliche Gerbung (mit Pflanzenextrakten) dauert wesentlich länger (ca. 100 Tage) und das Leder wird rehbraun und härter als chromgegerbtes Leder.

    Leder ist also konservierte Tierhaut. Es besteht, neben Wasser und Fett, zu 96% aus Collagen, dem wichtigsten Hautprotein. Collagen ist nicht wasserlöslich. Es schmilzt aber bei 60°. Durch das Gerben wird dieser Schmelzpunkt erhöht. Chromgegerbtes Leder widersteht Temperaturen bis 100°. Pflanzlich gegerbtes dagegen nur bis knapp über 60°.
    Wenn Leder altert, brechen Bakterien und Feuchtigkeit die Molekülketten des Chroms oder Gerbstoffes auf. Dies hat zur Folge, dass der Schmelzpunkt des Proteins sinkt. Die Sonne erhöht zusätzlich die Aktivität der Bakterien (Enzyme). Durch das Auflösen des Collagens schrumpft das Leder. Dieser chemische Prozess ist irreversibel. (Die Schrumpfungstemperatur ist in der Museumspraxis ein Maß für Konservatoren, um den Zustand von Leder zu ermitteln).
    Deshalb: Niemals feuchtes Leder der Sonne aussetzen oder an der Heizung trocknen. Irreversible Schäden (Schrumpfungen und Versteifungen) können auftreten. Beachten Sie Leder, welches besonders lange der Sonne ausgesetzt wurde, wie z.B. die Hutablage im Auto oder die sonnenzugewandte Seite eines Möbelstückes. Dieses Leder ist meist ausgehärtet, gebrochen und geschrumpft. Schäden dieser Art hat die Kraft der Sonne verursacht. Das Leder hat sich überhitzt und das Collagen hat sich aufgelöst. Die Oberflächenmoleküle sind durch UV-Strahlen destabilisiert worden und die langen, komplexen Molekularketten wurden aufgebrochen.

    Die Reinigung:
    Zunächst saugen wir den Sitz gründlich ab, besonderes Augenmerk muss dabei auf vesteckten Schmutz, beispielsweise zwischen Kedern und Leder gerichtet werden. Die Reinigung ist auch mit Druckluft und einer Ausblaspistole möglich. Auch kleinste Sandkörnchen oder Steine, die leicht zu Kratzern in der Oberfläche führen könnten, werden so entfernt.

    Zur eigentlichen Säuberung bietet das Lederzentrum zwei verschiedene Produkte an, wir entschieden uns für Colourlock Reiniger mild, bei intensiver Verschmutzung wäre der Colourlock Reiniger stark richtig. Der Colourlock Reiniger stark ist nicht für Nubukleder und Anilinleder geeignet. Beide sind für Glattleder. Die Mittel sind Flüssigkonzentrate, die auf einem leicht (!) feuchten Schwamm schnell einen dichten Schaum bilden. Ganz wichtig ist es, mit nur sehr wenig Wasser zu arbeiten. Erstens würde das Produkt sonst zu sehr verdünnt und die Reinigungswirkung wäre geringer, zweitens soll Wasser erst gar nicht in Risse oder Brüche eindringen. Ein paar Tropfen des Reinigers auf dem feuchten Schwamm reichen völlig aus! Die Reiniger NIE direkt auf das Leder auftragen. Nicht zu stark reiben. Mit kreisenden Bewegungen und wenig Druck werden nun die Verunreinigungen vom Leder entfernt. Der schmutziggrau gewordene Schaum wird mit einem Frotteehandtuch vom Leder abgenommen. Anschließend trocknen lassen, allerdings nie in der Sonne oder an der Heizung!

    Oft sitzt in den Vertiefungen der Ledernarbung besonders viel Dreck, der mit einer sehr weichen Zahnbürste entfernt werden sollte. Auch dabei mehr mit Schaum als mit Wasser arbeiten!
    Diese Stellen verdienen aber eine näherer Untersuchung mit einer Lupe, um zu prüfen, ob es sich wirklich um Narbung oder vielleicht doch um feine Risse handelt. Bei Rissen würde eine Behandlung mit der Zahnbürste natürlich nichts bringen, es könnte sogar ein Teil der Farbschicht abgetragen werden.

    Eventuelle Risse behandeln wir mit Colourlock Flüssigleder aus der Tube. Insgesamt 44 Farbtöne stehen zur Verfügung. Reparaturstelle gründlich säubern und wenn nötig rauhe Stellen mit feinstem Schleifpapier vorsichtig glätten. Aus der Tubenspitze lässt man etwas zu viel Flüssigleder in den Riss fließen und verstreicht das überschüssige Material auf das Leder rund um die Beschädigung. So wird eine geschlossene Oberfläche geschaffen. Bei besonders klaffenden Rissen ist unter Umständen eine zweite oder auch eine dritte Behandlung nötig. Vorausgesetzt, die Reinigung wurde richtig durchgeführt, haftet das spachtelartige Reparaturmaterial nach etwa einer halben Stunde Trocknungszeit fest auf dem Leder und lässt sich praktisch nicht mehr entfernen. Es bleibt dabei von seiner Konsistenz her so elastisch wie das Leder selbst.
    Je nach Anzahl der Risse kann es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alle schadhaften Stellen egalisiert sind. Die Zeit sollten man sich aber nehmen - das Ergebnis rechtfertigt sie. Eine Tube Flüssigleder im jeweiligen Farbton mit sieben Milliliter Inhalt kostet knapp 220,- ATS - nicht eben billig, aber mit dem Inhalt kann man eine Menge Risse behandeln.

    Den leicht fleckigen Sitz behandeln wir anschließend mit Colourlock Leather Fresh Tönung, die ebenfalls in 44 Farbnuancen lieferbar ist. Colourlock Leather Fresh frischt die Farben auf und versiegelt Verletzungen an der Oberfläche.
    Boden um den Arbeitsbereicht gut abdecken. Vorher gut schütteln! Colourlock Leather Fresh mit einem Schwamm und Handschuhen kreisförmig auftragen (Streifen vermeiden). Nicht direkt auf das Leder auftragen und nicht zu stark reiben. Imme von Naht zu Naht arbeiten. Wichtig ist ein gleichmäßig dünner Auftrag auf der gesamten Fläche. Es ist besser, die Prozedur zu wiederholen, als zu viel von der Tönung zu verwenden. Anschließend trocknen lassen, allerdings nie in der Sonne oder an der Heizung. Wie gesagt, es handelt sich nur um eine Tönung und nicht um eine vollständig deckende Farbe. Geringe Farbunterschiede im Material bleiben also ganz gewollt erhalten, denn unter anderem ist es ja gerade das, was das Leder zum Leben erweckt.
    (Eine bessere Deckung der Tönung lässt sich mit einem einfachen Haarfön erzielen. Die Tönung auftupfen und zwischendurch trocken fönen.)

    Die gereinigte und getönte Oberfläche bedarf nun dringend des Schutzes vor den bereits erwähnten Umwelteinflüssen. Wir verwendeten dafür Colourlock Leather Protector. Der Protector fettet zum einen das Leder, zum anderen versieht er es mit einem UV-Schutz und erhält die benötigten Antioxydantien, um das Leder dauerhaft zu konservieren. Dieses Produkt mit einem fusselfreien Lappen auftragen und 24h trocknen lassen.
    Obwohl der Protector Leder nachfettet, darf er nicht mit einem Lederfett verwechselt werden. Nur offene Autos oder auch Motorradsättel, die zwangsläufig immer wieder mal mit Regenwasser in Verbindung kommen, bedürfen einer zusätzlichen Versiegelung mit Lederfett.
    Das Lederzentrum hat unter dem Namen Colourlock Elephant Lederfett ein synthetisches Produkt im Programm, das uns in der Anwendung und vor allem im Geruch überzeugte. Der bei vielen tierischen Fetten störende Geruch ist nicht vorhanden. Auch die oft klebrige Wirkung anderer Produkte bleibt aus, das Leder fühlt sich angenehm und geschmeidig an und riecht einfach nur nach Leder. Aber auch die Elephant-Dose mit 105 Gramm Inhalt ist mit ca 220,- ATS Mark kein Sonderangebot.
    Alle bisher beschriebenen Arbeiten sind relativ einfach von jedermann zu machen.

    Ich habe mit erlaubt diese Angaben zu kopieren. Sie stammen nicht von mir selbst. Ich habe sie zwar teilweise ergänzt aber der Verfasser ist die Fa. Ledertechnik.
    Ich kann die Produkte dieser Firma nur empfehlen. Sie sind zwar im Vergleich mit anderen Produkten nicht gerade die billigsten aber meines Erachtens nach die besten die ich jemals probiert habe.
    Sollte die Fa. Ledertechnik Einwände gegen dieser Veröffentlichung haben, so bitte ich Sie mich davon in Kenntniss zu setzen. Ich werden sofort veranlassen, daß dieser Beitrag entfernt wird.


    Autor: [email protected]

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